Hubertusburger Friedensgespräche

„Das Ziel eines Konflikts oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.“

Joseph Joubert (1754 – 1824), französischer Schriftsteller

 

1. Hubertusburger Friedensgespräche

Der Hubertusburger Frieden beendete 1763 den Siebenjährigen Krieg.
Schloss Hubertusburg, in diesem Krieg völlig ausgeplündert, wurde unter anderem bis in die 1990er Jahre als großes Fachkrankenhaus genutzt.
Heute steht es zu großen Teilen leer und wird vom Freistaat Sachsen aufwendig restauriert.
Der Freundeskreis „Schloss Hubertusburg e.V.“ und die Wermsdorfer Bürger möchten helfen, es entsprechend seiner historischen Bedeutung mit neuen Inhalten zu füllen.
Was liegt näher, als von hier in einer von Terrorismus, Kriegen und Konflikten charakterisierten Zeit Friedensinitiativen ausgehen zu lassen?

Mit diesem Ziel haben sich vom 21. bis 23. September 2006 Historiker, Philosophen, Geistliche, Naturwissenschaftler und Künstler zusammengefunden, um den historischen Hubertusburger Friedensschluss im Hinblick auf die Friedensverantwortung und Probleme der Friedensbildung heute zu reflektieren.

Plan der Tagung von 2006 im PDF-Format

Die Ergebnisse dieser Tagung finden Sie im Protokollband des 1. Hubertusburger Friedensgesprächs, den Sie hier bestellen können. (Inhaltsverzeichnis / Autorenverzeichnis)

 

2. Hubertusburger Friedensgespräche

Den 1. Hubertusburger Friedensgesprächen folgten am 19. bis 21. September 2008 die 2. Hubertusburger Friedensgespräche.

Thema der Tagung: Friedensverantwortung und Friedenssicherung im 21. Jahrhundert

Plan der Tagung von 2008 im PDF-Format

 

3. Hubertusburger Friedensgespräche

Die 3. Hubertusburger Friedensgespräche fanden vom 17. bis 19. September 2010 statt.
Parallel zur Tagung besuchten uns erstmals in Wermsdorf am 16. und 17. September 2010 die Delegationen der europäischen Partner-Orte im Netzwerk "Places of Peace" aus Portugal, Spanien, Niederlande, Kroatien, Bulgarien und Polen.

Am 18. September wurde im Renaissancesaal des Alten Jagdschlosses Wermsdorf u.a. eine Podiumsdiskussion zur Verarbeitung von traumatischen Kriegserlebnissen mit interessanten Partnern veranstaltet – mit Augenzeugen der Bombardierung Dresdens 1945, einem Traumaforscher und dem Leiter der Wehrpsychologie im Streitkräfteamt der Bundeswehr. Anschließend wurde an diesem Abend die Deklaration der Teilnehmer der 3. Hubertusburger Friedensgespräche der Öffentlichkeit übergeben.

Die Deklaration mit den Unterschriften im PDF-Format

Plan der Tagung für 2010 im PDF-Format

Pressemitteilungen

Tagung Places of Peace 1 - OAZ-Zeitungsartikel vom 17.09.2010
Tagung Places of Peace 2 - OAZ-Zeitungsartikel vom 17.09.2010
3. Hubertusburger Friedensgespräche - OAZ-Zeitungsartikel vom 18./19.09.2010
3. Hubertusburger Friedensgespräche - OAZ-Zeitungsartikel vom 20.09.2010

4. Hubertusburger Friedensgespräche

Dr. Susanne Hahn, Wermsdorf

"4. Friedensgespräche auf Schloss Hubertusburg

Von der A 14 kommend, nimmt man die Abfahrt Mutzschen in Richtung Wermsdorf. Nach wenigen Kilometern überfährt man den Damm zwischen den im Mittelalter angelegten Fischzuchtteichen. Am bekanntesten ist der Horstsee, Austragungsort des Fischerfestes jeweils am zweiten Wochenende im Oktober. Von hier aus sieht man schon rechter Hand auf der Anhöhe die prächtige Jagdresidenz der Wettiner mit dem goldenen Hirsch auf dem Turm.

Viel hat dieses majestätische Schloss erlebt: In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im barocken Stil erbaut, wurde es im Siebenjährigen Krieg vollständig von den Preußen geplündert – nur die Schlosskapelle im linken Flügel blieb erhalten. 1763  wurde dieser Krieg zwischen Preußen, Sachsen und Österreich durch den Hubertusburger Frieden beendet. Das Schloss wurde Manufaktur für Uhren und Fayencen, diente in den Folgekriegen, insbesondere der Völkerschlacht bei Leipzig, als Lazarett und war Gefängnis - August Bebel und Wilhelm Liebknecht waren hier inhaftiert. Im Zweiten Weltkrieg fungierte es als Ausbildungsstätte für die Luftwaffe, und insgesamt über 100 Jahre bis nach der Wende war es Psychiatrisches Krankenhaus. Auf dem Gelände befinden sich auch heute noch Gesundheitseinrichtungen, die zum Städtischen Klinikum St. Georg Leipzig gehören. Neuerdings hat hier auch eine zentrale Werkstatt für die Restaurierung von Archivgut ihren Sitz genommen. Das Schloss selbst steht leer und wurde in den letzten Jahren durch den Freistaat Sachsen beeindruckend restauriert.

Um das Schloss wieder mit Leben zu füllen, veranstaltet der Freundeskreis „Schloss Hubertusburg“ e. V. regelmäßig Konzerte, Führungen und seit 2006 aller zwei Jahre die Hubertusburger Friedensgespräche. Ihnen liegt die Idee zugrunde, von dem Ort des Hubertusburger Friedens auch heute Friedenssignale auszusenden. Vom 21. bis 23. September 2012 fanden sie zum vierten Mal statt und widmeten sich dem Thema „Sprache und Frieden“. 

Zwar wollen die meisten Menschen Frieden, aber was bedeutet das Wort eigentlich? Ist Frieden das alltägliche Freundlichsein der Menschen untereinander? Ist Frieden, wenn kein Krieg herrscht? Kann es Frieden ohne Friedensvertrag geben? Oder meint Frieden die Ruhe und Stille wie auf dem Friedhof und damit Stillstand? Welche dieser vielen Friedensdeutungen wollen wir eigentlich? Und was müssen wir tun, um als friedfertig zu gelten, Frieden in Europa zu wahren und in der Welt zu schaffen?

Zu solchen Fragestellungen, zur Bedeutung von Sprache, um Kriege vorzubereiten, ihre Ursachen zu verschleiern und ihre Schrecken zu beschönigen, sowie zur Rolle von Gesten des Friedens und nonverbalen Friedensbekundungen trugen etwa 25 Künstler, Historiker, Philosophen, Publizisten, Theologen, Kultur- und Naturwissenschaftler ihre Ideen und Ansichten vor und schufen ein beeindruckendes Gedankenmosaik, das die etwa 60 Teilnehmer des Symposiums und die Leser des Protokollbandes zu weiterem Nachdenken und Handeln anregt. Unter der Schirmherrschaft von Hans-Dietrich Genscher, Außenminister a. D. der Bundesrepublik Deutschland, leisteten u. a. der Landrat des Kreises Nordsachsen, Michael Czupalla, der Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Prof. Pirnim Stekeler-Weithöfer, der Friedensforscher an der Universität Leipzig, Prof. Thomas Kater., oder Prof. Renate Reschke, langjähriges Mitglied der Nietzsche Gesellschaft e. V., wertvolle Beiträge. Ein besonderer Höhepunkt war die Auszeichnung der Preisträger des 2. Hubertusburger Jugendfriedenspreises mit Prämien und einer Ehrenurkunde von Frank Kupfer, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft. Chorgesang des Leipziger Ensemble Nobiles und ein Konzert in der Schlosskapelle mit Matthias Eisenberg an der Orgel ergänzten das Tagungsprogramm. 

Im kommenden Jahr begeht Schloss Hubertusburg den 250. Jahrestag des Hubertusburger Friedens und den 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. Eine Sonderbriefmarke wird erscheinen und eine Sonderausstellung im Schloss gezeigt werden, verantwortet von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Auch in vielen weiteren Veranstaltungen öffnet sich Schloss Hubertusburg den Besuchern. Sie sind herzlich eingeladen!"


Die Durchführung der „4. Hubertusburger Friedensgespräche“ mit den Referenten sowie Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands und den Gästen aus Europa erforderte einen großen finanziellen und organisatorischen Aufwand.
Wir möchten allen Unterstützern, wie z.B. dem "Kulturraum Leipziger Raum", dem Unternehmen "MITGAS", der Deutschen Bank und vielen weiteren Sponsoren danken und Sie alle wieder einladen, uns auch weiterhin zu unterstützen und in Zukunft als aktiver Partner von den neuen Kontakten politisch, wirtschaftlich, touristisch und menschlich zu profitieren.

Programm

Plan der Tagung für 2012 im PDF-Format

5. Hubertusburger Friedensgespräche

Termin: 19. bis 21. September 2014

Thema: Frieden muss gestiftet werden (Imanuel Kant)

Friedensbewegungen zwischen gestern und morgen