Die Schlossanlage diente ursprünglich den Jagdvergnügungen des Sächsischen Hofes und der Repräsentation.
- 1762 Gründliche Plünderung des Schlosses unter Friedrich den II. von Preußen.
- 1770 nach notdürftigen Reparaturen beginnt der Umbau zur Einrichtung einer Steingutfabrik (Hubertusburger Fayence) und zu Wohnungen für Pensionäre und deren Angehörige (sogenannte Gnadenwohnungen).
- 1792 ein Militärmagazin wird eingerichtet.
- 1834 weitere bauliche Veränderungen:
- 1835 Landvermesserschule,
- 1837 Landesgefängnis, Landeshospital,
- 1846 Erziehungsanstalt für Kinder
- 1880 Gründung der "Heil- und Pflegeanstalt Hubertusburg" (erheblicher Umbau).
- 1888 Eröffnung einer Pflegerinnenschule.
- 1939 Beginn der Auflösung der "Heil- und Pflegeanstalt". Hubertusburg wurde Unteroffiziersschule und Lazarett, Auffanglager für Flüchtlinge.
- 1945 sowjetisches Militärlazarett und Aufbau eines allgemeinen Krankenhauses mit den Fachgebieten Innere und Chirurgie,
- 1947 Psychiatrie,
- 1949 Orthopädie,
- 1952 Neurologie,
- 1954 Pädiatrie,
- 1955 Geburtshilfe und Gynäkologie,
- 1977 Kinderchirurgie.
- 1990 Beginn einer kontinuierlichen Reduktion und Konzentration des Krankenhauses im südlichen Teil mit Psychiatrie, Neurologie und Kindesbereich. In den Rundflügel und benachbarten Gebäuden befinden sich noch Wohnungen und orthopädische Werkstätten.
- 1998 Schließung Innere und Orthopädie.
- 1999 Schließung Kinderchirurgie.
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Vom Sohn eines Buchhändlers zum sächsischen Staatsmann
Friedensstifter und Staatsmann –
Thomas Freiherr von Fritsch
Auf Initiative des „Freundeskreis Schloß Hubertusburg e.V.“ gibt es seit dem März 2007 für Thomas Freiherr von Fritsch erstmals überhaupt ein Denkmal. Es steht in Wermsdorf, nur wenige Meter vom Südflügel des Schloßgebäudes von Hubertusburg entfernt, dort, wo er durch sein Engagement vor über 240 Jahren in die Geschichte einging. Geschaffen vom Oschatzer Künstler Joachim Zehme, zeigt das Denkmal in schlichter, aber edler Form das Bild des Freiherren, umrahmt durch die Worte: „Dem sächsischen Friedensstifter und Staatsmann Thomas Freiherr von Fritsch 1700-1775 Zu Gottes Ehre“.
Friedensstifter und Staatsmann. Gibt es für den Sohn eines Buchhändlers noch größere Ehren?
Am 26. September 1700 als Sohn eines Buchhändlers in Leipzig geboren, übten die gelehrten Werke in seiner Umgebung offenbar einen entscheidenden Einfluß auf die spätere Entwicklung des Thomas Fritsch aus. Jedenfalls zog er ein Jura-Studium der kaufmännischen Ausbildung vor, und die Tatsache, daß seine 1721 erschienene Dissertation drei (!!!) gedruckte Auflagen erlebte, spricht durchaus für die Fähigkeiten des jungen Leipzigers. Er war klug genug, diese Abhandlung dem Kaiser Carl VI. zu widmen und zu übersenden, wofür sich dieser zunächst bedankte und ihn dann acht Jahre später in den Adelsstand erhob.
In der Folge widmete sich Thomas von Fritsch dem Studium der Sprachen, von denen er neben Deutsch und Latein immerhin noch Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch und Holländisch beherrschte. Nach einer kurzen Episode 1726 in Wien kehrte er noch im gleichen Jahr nach Leipzig zurück, wo sein Vater im November 1726 starb. Bereits drei Monate später erhob ihn ein königliches Dekret zum Hofrat, und schon am 17. Mai 1727 erfolgte seine Ernennung zum Hof- und Justitienrat bei der sächsischen Landesregierung.
Die folgenden Stationen seines arbeitsreichen Lebens, die wir hier nur kurz streifen können, führten ihn nach Paris, an den Reichshofrat nach Frankfurt und dann 1745 nach Dresden zurück. Hier erhielt er bereits im November 1745 seine Berufung als Reichspfennigmeister und reiste im Februar 1746 zur Beeidigung nach Wien. Es läßt sich heute nicht mehr feststellen, wie lange er dieses Amt bekleidete, jedoch ist zu vermuten, daß sein Reichs-Dienstverhältnis spätestens in den Wirren des 7jährigen Krieges endete.
Damit ist es an der Zeit, uns seinem Privatleben zuzuwenden. Bereits 1729 hatte er aus den Mitteln der Erbschaft seines Vaters das Rittergut Seerhausen erworben, in der Folge kamen das 1746 das Rittergut Zschochau, wo er ein Ballhaus errichten lies, und 1752 das Rittergut Mautitz hinzu. Auch in Dresden besaß er ein Haus in der Moritzstraße. Seine Bibliothek zählte bei seinem Tode 5.338 Bände und 4.053 Blätter mit Kupferstichen, und das trotz des Untergangs eines bedeutenden Teils seiner Sammlung im Dresdner Bombardement von 1760.
Im Sommer wählte Thomas Freiherr von Fritsch Seerhausen als regelmäßigen Aufenthaltsort, und hier entstanden auch seine „Zufällige Betrachtungen in der Einsamkeit“, die 1762 in zweiter Auflage anonym in Leipzig erschienen und von denen sich ein längerer Auszug in den Nachrichten seines Chronisten findet. Jahre zuvor war der 7jährige Krieg über Sachsen hereingebrochen, und auch hier enthält die Nachricht seines Chronisten eine sehr lebendige Schilderung des Seerhausener Schloßherren zum Kriegsbeginn.
Auch mit den geistreichen Männern seiner Zeit pflegte Fritsch Kontakt, beispielsweise mit Gellert, Hagedorn und Rabener. Seit 1762 gab in es Sachsen eine „Kommission zur Reorganisation des verrotteten Staatswesens“ unter Leitung „unseres“ Thomas Freiherrn von Fritsch, und als Sekretär nennen die Akten den bereits erwähnten Satiriker Gottlieb Wilhelm Rabener.
Fritsch, der bei den Hubertusburger Friedensverhandlungen immerhin schon 63 Jahre alt war, erhielt noch 1771 einen Beweis für die Achtung, die ihm auch Friedrich der Große stets entgegengebracht hatte. Friedrich lud ihn persönlich zu sich nach Potsdam ein, behielt ihn mehrere Tage bei sich und entließ ihn dann mit einem ehrenden Geschenk. Seine trotz des hohen Alters große Vitalität sollte 1775 sein Leben verkürzen. In Dresden sprang er aus der Kutsche, die noch gar nicht angehalten hatte, um eine vorüberfahrende Bekannte zu begrüßen. Dabei zog er sich am Schienbein eine Verletzung zu, die ihm am 1. Dezember 1775 erliegen ließ. (siehe www.wanderwelt-mittelsachsen.de)
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Die Hubertusburger Jubiläen des Jahres 2010
vor ..Jahren war das Ereignis
| 310 |
13.8. 1700: Heinrich Graf Brühl geboren |
| 310 |
26.9.1700: Thomas Freiherr von Fritsch wird getauft |
| 300 |
1710: errichtet Egon Fürst von Fürstenberg im Alten Jagdschloss eine Katholische Kapelle |
| 295 |
21.-24.10.1715: König August II ist bei Fürst Egon von Fürstenberg in Wermsdorf zu Gast |
| 280 |
1730: Schaffung der Plastiken von J.G.Kirschner (Der Sommer, Der Herbst und Der Winter) auf dem Schlosshof – jetzt im Schlossfoyer |
| 280 |
1730: Errichtung der Kasernen-Neubauten auf dem Schlosshof |
| 280 |
1730: Fertigstellung des Barockgartens |
| 270 |
6.7.1740: Fürstenhoff wird angewiesen, neue Jagdalleen ausbauen zu lassen |
| 265 |
21.1.-3.10.1745: August der Starke wird Reichvikar nach dem Tode Kaiser Karl II. |
| 265 |
1745: Lorenzo Matielli schuf die Hauptaltargruppe in der Katholischen Kapelle |
| 265 |
7.10.1745: Weihe der Katholischen Kapelle |
| 265 |
10.10.1745: erster Gottesdienst in der Katholischen Kapelle |
| 265 |
4.11.1745: Fertigstellung der beiden Trophäen auf dem Dach des Südostflügels des Schlosse Hubertusburg durch Lorenzo Matielli |
| 255 |
274 Gemälde aus der Dresdener Galerie werden wegen des Krieges nach Hubertusburg ausgelagert |
| 255 |
1755: im Siebenjährigen Krieg: Kämpfe zwischen England und Frankreich um die überseeischen Kolonien |
| 250 |
3.11.1760: Schlacht bei Torgau im Siebenjährigen Krieg |
| 240 |
30.5.1770: Kurfürst Friedrich August III genehmigt die Errichtung der Steingutfabrik, die von dem Maler der Meißner Porzellanfabrik J.S.F. Tönning geführt wird und bis 1848 in Betrieb ist; genutzt werden die Bauten des Jägerhofes |
| 240 |
Ab 1770: sämtliche Nebengebäude werden für Wohnzwecke genutzt. Es handelt sich um Frei-Wohnungen für ehemalige Hofbedienstete, pensionierte Offiziere, Witwen und Waisen vornehmer Familien |
| 195 |
1815: der katholische Lehrer und Küster Ludwig Venus rettet die Kapelle vor der Zerstörung durch napolionische Soldaten. |
| 175 |
1835: wurde ein Teil des Schlosses zu einer Bildungseinrichtung für Landvermesser benötigt |
| 170 |
1840: war eine Zigarettenfabrik im Schloss Hubertusburg bekannt |
| 170 |
1840: angrenzend an das Landesgefängnis wird ein Pensionär-Korrektionär-Institut eingerichtet, indem Söhne wohlhabender Eltern, die dem Trunke oder anderer Laster verfallen waren, Unterkunft finden |
| 170 |
1840: der Betsaal im Obergeschoss des Querflügels im Stallhof dient als Zigarettenmanufaktur |
| 160 |
1850: Die Gebäude der Steingutfabrik gehen für 7500 Taler in den Besitz des Staates über und dienen von dieser Zeit an der Landesanstalt. |
| 130 |
1880: Eröffnung der Heil- und Pflegeanstalt Hubertusburg als psychiatrische Anstalt |
| 120 |
18.8.1890: Beginn der Putz- und Einfärbearbeiten am Mittelbau des Vorderflügels vom Hauptgebäude |
| 110 |
1900: im ovalen Saal werden Parketttafeln vom Brühlschen Palais – gefertigt 1760 – verlegt |
| 110 |
31. Oktober 1900: Gründung des Vereins der „Wermsdorfer“ zu Leipzig |
| 70 |
27.6.1940: Geburtstag des Vorsitzenden des Freundeskreises Schloss Hubertusburg e.V., Dr. Georg Müller |
| 70 |
1940 schlossen die Nazis die Kirche. Kaplan Herrmann Scheipers kam ins KZ Dachau, das er überlebte. Er ist heute Ehrenbürger von Wermsdorf.
Die sowjetischen Besatzer beließen es bei der Schließung und richteten hier bis 1947 einen Speisesaal für Offiziere ein. In dieser Zeit wurden dem Kirchenraum einige Schäden zugefügt (u.a. wird die Orgel völlig demoliert). |
| 20 |
1990: Abschluss der Restaurierungsarbeiten des Deckengemäldes in der Katholischen Kapelle durch G. Herrmann aus Radebeul |
| 20 |
1990: Neuaufbau der Orgel in der Katholischen Kapelle durch die Firma Eule aus Bautzen |
| 20 |
6.6.1990: Heinrich Magirius übergab die denkmalpflegerische Zielstellung, die die Eckpunkte und den prinzipiellen Weg konservatorischen Handelns in der Hubertusburg aufzeigt |